Versteckt im Hochmoor bei Kaltenbronn, umgeben von dichten Kiefernwäldern und weichen Moosteppichen, liegt ein Ort, der fast vergessen scheint: der geheimnisvolle Hohlohsee. Mit seinem tiefschwarzen Wasser, den charakteristischen Moorpflanzen und der fast unwirklichen Stille wirkt dieser verborgene See wie ein Stück Skandinavien – mitten im Schwarzwald.

Ich bin Alex, passionierter Schwarzwald-Entdecker, und der Hohlohsee ist mein absoluter Geheimtipp in dieser Region. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine Reise zu diesem mystischen Ort – fernab der bekannten Touristenpfade, aber umso beeindruckender in seiner unberührten Schönheit.
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Der Hohlohsee – Ein Moorjuwel im Herzen des Schwarzwalds

Der Hohlohsee liegt auf einer Höhe von rund 988 Metern im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und ist Teil des Hochmoors Kaltenbronn – einem der größten und am besten erhaltenen Moorgebiete im gesamten Schwarzwald. Im Gegensatz zu den bekannteren Schwarzwaldseen wie dem Titisee oder dem Schluchsee ist der Hohlohsee ein echter Geheimtipp, den selbst viele Einheimische noch nicht besucht haben.
Was den Hohlohsee so besonders macht, ist sein Charakter als echter Moorsee. Das Wasser hat eine charakteristische dunkelbraune bis schwarze Färbung, die durch die im Wasser gelösten Huminstoffe entsteht. Diese Substanzen stammen aus dem langsamen Abbau von Pflanzenresten im Moor und geben dem See seine geheimnisvolle Optik.
Die Entstehungsgeschichte des Moors und des Sees reicht weit zurück. Nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren begann hier die Moorbildung. Über Jahrtausende wuchs das Hochmoor Schicht für Schicht heran – ein faszinierender, extrem langsamer Prozess. Hochmoore wie dieses wachsen im Schnitt nur etwa einen Millimeter pro Jahr. Der Hohlohsee selbst ist ein natürlicher Moorsee, der durch die spezielle Hydrologie des Hochmoors entstanden ist.
Der Zauber des Moorsees – Eine Reise in eine andere Welt

Wenn du hier stehst, hast du das Gefühl, du bist irgendwo in Skandinavien – und nicht mitten in Baden-Württemberg. Die mystische Atmosphäre dieses Ortes ist kaum in Worte zu fassen. Der See ist flach, fast schwarz vor lauter Torf – und gerade das macht ihn so besonders. Ein Moorsee wie aus einem alten Naturfilm.
Die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche sind ein besonderes Highlight. An windstillen Tagen wirkt der See wie ein perfekter Spiegel, in dem sich Himmel, Wolken und die umliegenden Bäume bis ins kleinste Detail reflektieren. In der Spiegelung siehst du nur Himmel, Bäume und dich selbst. Mehr braucht es nicht für ein faszinierendes Naturerlebnis.

Die intensiven Farben schaffen eine fast unwirkliche Kulisse: das tiefe Schwarz des Wassers, das leuchtende Grün der Moospolster, die charakteristischen Moorpflanzen und das dunkle Grün der Kiefern. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen dem dunklen Wasser und dem hellen Himmel – ein Fotomotiv, das zu jeder Tageszeit anders und immer faszinierend wirkt.
Der Holzsteg – Ein Weg ins Herz des Moores

Ein besonderes Highlight des Hohlohsees ist der Holzsteg, der dich durch das Moor und direkt über einen Teil des Sees führt. Dieser sorgsam angelegte Bohlenpfad ermöglicht es, das empfindliche Ökosystem hautnah zu erleben, ohne ihm zu schaden. Der Steg bietet dir einen Blick direkt ins Herz des Moores.

Wenn du über den Holzsteg wanderst, achte auf die kleinen Details zu deinen Füßen. Hier kannst du die einzigartige Flora und Fauna des Moores beobachten – fleischfressende Pflanzen wie den Sonnentau, verschiedene Torfmoosarten in leuchtenden Grün- und Rottönen, und mit etwas Glück auch seltene Moorlibellen oder Eidechsen.

Die Stille hier draußen ist fast greifbar – nur unterbrochen vom leisen Plätschern des Wassers und dem Flüstern des Windes in den Kiefern. Der Steg führt dich an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei, die immer neue Perspektiven auf den See und das umliegende Moor bieten. Nimm dir Zeit, bleib stehen und lass die besondere Atmosphäre auf dich wirken.
Flora und Fauna – Ein einzigartiges Ökosystem

Das Hochmoor Kaltenbronn mit dem Hohlohsee beherbergt ein faszinierendes Ökosystem mit hochspezialisierten Pflanzen und Tieren, die sich an die extremen Bedingungen angepasst haben. Moore sind nährstoffarme, saure Lebensräume – Bedingungen, unter denen nur wenige Arten gedeihen können.
Zu den botanischen Besonderheiten zählen verschiedene Torfmoosarten, die die Grundlage des Hochmoors bilden, sowie insektenfressende Pflanzen wie der Rundblättrige Sonnentau und das Fettkraut. Diese Pflanzen haben eine faszinierende Strategie entwickelt: Sie fangen kleine Insekten, um an zusätzliche Nährstoffe zu gelangen, die im Moorboden fehlen.
Charakteristisch für das Hochmoor sind auch Zwergsträucher wie Heidelbeere, Preiselbeere und die Rauschbeere. Im Spätsommer und Herbst leuchten ihre Früchte in verschiedenen Rot- und Blautönen zwischen dem satten Grün der Moospolster – ein herrlicher Anblick.

Die Tierwelt des Moores ist ebenso spezialisiert wie die Pflanzenwelt. Verschiedene Libellenarten, darunter die seltene Hochmoor-Mosaikjungfer, schwirren im Sommer über dem Wasser. Kreuzottern sonnen sich manchmal auf den Holzstegen, und mit viel Glück kannst du einen Schwarzspecht oder sogar den seltenen Raufußkauz beobachten.
Das Hochmoor Kaltenbronn, in dem der Hohlohsee liegt, ist übrigens ein lebendiges Archiv der Erdgeschichte. Seit über 10.000 Jahren wächst hier das Moor langsam heran, Schicht für Schicht. In den tieferen Torflagen sind botanische Relikte aus längst vergangenen Zeiten konserviert – ein natürliches Geschichtsbuch, das Wissenschaftlern wertvolle Einblicke in die Vegetations- und Klimageschichte bietet.
Anreise und Wanderwege zum Hohlohsee

Der Hohlohsee liegt im nördlichen Schwarzwald nahe Kaltenbronn, einem Ortsteil von Gernsbach. Die Anreise ist relativ einfach, und es gibt verschiedene schöne Wanderwege, die zum See führen:
1. Vom Infozentrum Kaltenbronn
Der einfachste und kürzeste Weg startet am Parkplatz des Infozentrums Kaltenbronn. Von hier aus führt ein gut ausgeschilderter Weg (folge den Wegweisern „Hohlohsee“) in etwa 20-30 Minuten zum See. Dieser Weg ist größtenteils flach und auch für Familien mit Kindern oder weniger geübte Wanderer gut geeignet.

Bevor oder nach deinem Besuch am See lohnt sich ein Abstecher ins Infozentrum Kaltenbronn. Hier werden die Entstehung, Geschichte und Bedeutung der Moore anschaulich erklärt – ideal, um das Erlebnis am Hohlohsee abzurunden. Die interaktive Ausstellung ist auch für Kinder sehr interessant gestaltet.
2. Über den Hohlohturm

Eine etwas längere, aber sehr lohnende Route führt über den Hohlohturm. Start ist ebenfalls am Infozentrum, von wo aus du zunächst zum 988 Meter hohen Hohloh wanderst. Der Aussichtsturm bietet einen spektakulären Rundumblick über den Schwarzwald bis hin zum Pfälzerwald und zu den Vogesen.
Vom Hohlohturm aus führt ein malerischer Pfad durch lichten Kiefernwald zum Hohlohsee. Diese Variante dauert etwa 1-1,5 Stunden und bietet abwechslungsreiche Eindrücke von der Hochmoorlandschaft.
3. Rundwanderweg „Hochmoor Kaltenbronn“
Für eine ausgedehntere Wanderung empfehle ich den Rundwanderweg „Hochmoor Kaltenbronn“. Diese etwa 3,5 Kilometer lange Tour führt dich nicht nur zum Hohlohsee, sondern auch zu weiteren kleinen Moorseen und durch verschiedene Moorlandschaften. Der Weg ist gut ausgebaut, größtenteils barrierefrei auf Holzbohlenwegen und bietet zahlreiche Informationstafeln zur besonderen Ökologie dieser seltenen Landschaft.
Diese Rundtour dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden in gemütlichem Tempo und ist ideal, um die Vielfalt der Moorlandschaft zu erleben. Besonders im Herbst, wenn die Moorpflanzen sich rot und golden färben, ist diese Wanderung ein echtes Highlight.
Die beste Zeit für einen Besuch

Der Hohlohsee ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert, wobei jede Saison ihren eigenen Zauber hat:
- Frühling: Im späten Frühling (Mai/Juni) erwacht das Moor zu neuem Leben. Die frischen, leuchtenden Grüntöne der Moose und ersten Blütenpflanzen bilden einen schönen Kontrast zum dunklen Wasser des Sees.
- Sommer: In den Sommermonaten zeigt sich die volle Pracht der Moorvegetation. Die Torfmoose leuchten in verschiedenen Grün- und Rottönen, und mit etwas Glück kannst du die fleischfressenden Pflanzen in Aktion beobachten. Der Sommer ist auch die beste Zeit für Tierbeobachtungen.
- Herbst: Der Herbst ist meine persönliche Lieblingszeit am Hohlohsee. Die Moorpflanzen färben sich golden und rot, die Beeren der Zwergsträucher leuchten, und an klaren Tagen schafft das besondere Herbstlicht eine magische Atmosphäre. Besonders schön ist der frühe Morgen, wenn Nebelschwaden über dem Wasser liegen.
- Winter: Im Winter verwandelt sich das Moor in eine stille, fast mystische Landschaft. Wenn Schnee die Holzstege und das Moor bedeckt, entsteht eine ganz besondere Stimmung. Bei Frost bilden sich oft faszinierende Eisformationen auf dem See.
Mein persönlicher Tipp: Besuche den Hohlohsee am frühen Abend, wenn das Licht golden wird und der Wald langsam zur Ruhe kommt. In dieser Zeit ist die Lichtstimmung besonders schön, und du hast meist auch mehr Ruhe, um die Stille des Ortes zu genießen.

Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Hohlohsees im Herbst, wenn der Morgennebel über dem Wasser liegt und sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Bäume bahnen. Diese Lichtstimmung ist fotografisch kaum einzufangen – man muss sie selbst erleben.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Ein Besuch des Hohlohsees lässt sich hervorragend mit weiteren Attraktionen in der Umgebung verbinden:
Hohlohturm
Der 28 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Hohloh bietet einen spektakulären Rundumblick. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zum Straßburger Münster, zur Schwäbischen Alb und in die Rheinebene. Der Turm ist frei zugänglich und nur etwa 20 Gehminuten vom Hohlohsee entfernt.

Wildseemoor
Etwa 3 Kilometer vom Hohlohsee entfernt liegt das Wildseemoor mit dem idyllischen Wildsee – ebenfalls ein faszinierendes Moorgebiet mit einem gut ausgebauten Rundweg. Die Kombination beider Moore zeigt die Vielfalt dieser besonderen Landschaften im Schwarzwald.
Gernsbach und Murgtal
Die historische Stadt Gernsbach mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern und das malerische Murgtal bieten zahlreiche kulturelle und kulinarische Entdeckungen. Besonders sehenswert sind die Altstadt von Gernsbach, die Papiermühle und die spektakuläre Schwarzenbach-Talsperre.
Teufelsmühle
Für ambitionierte Wanderer ist die Teufelsmühle ein lohnendes Ziel. Der markante Felsengipfel bietet eine grandiose Aussicht und ist Start- und Landeplatz für Paraglider. Das gleichnamige Berghotel ist bekannt für seine hervorragende regionale Küche.
Kulinarische Empfehlungen
Nach einer Wanderung durch das Hochmoor und rund um den Hohlohsee hast du dir eine Stärkung verdient. In der Umgebung gibt es einige hervorragende Einkehrmöglichkeiten, die ich dir besonders empfehlen kann. Das Hotel Sarbacher liegt nur wenige Gehminuten vom Infozentrum entfernt und bietet traditionelle Schwarzwälder Küche in gemütlicher Atmosphäre (Das Restaurant ist nur Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet). Die hausgemachten Wildgerichte sind ein absolutes Highlight, vor allem im Herbst, wenn die regionale Jagdsaison für frisches Wildbret sorgt. Auch die selbstgebackenen Kuchen und Torten sind ein Genuss nach einer ausgiebigen Wanderung.
Etwas weiter entfernt, aber definitiv einen Umweg wert, ist das Berghotel Teufelsmühle (Nur am Wochenende geöffnet). Die Panoramaterrasse bietet einen atemberaubenden Blick über den nördlichen Schwarzwald, und die Küche überzeugt mit kreativen, regionalen Gerichten. Besonders zu empfehlen sind die saisonalen Pilzgerichte – im Spätsommer und Herbst kommen die Pilze frisch aus den umliegenden Wäldern auf den Teller.
Fakten und Besuchertipps
- Adresse: Hohlohsee, 76593 Gernsbach-Kaltenbronn
- Anfahrt: Parkplatz am Naturschutzzentrum Kaltenbronn, von dort etwa 20-30 Minuten Fußweg
- Öffnungszeiten: Jederzeit zugänglich, Infozentrum Kaltenbronn: April-Oktober täglich 10-17 Uhr, November-März Mi-So 10-16 Uhr
- Eintrittspreise: Kostenlos, Infozentrum: Erwachsene 4,00 Euro, Kinder (6-17 Jahre) 2,00 Euro
- Insider-Tipp: Besuche den See an einem Wochentag früh morgens oder in der Abenddämmerung für ein besonderes Naturerlebnis. Trage wasserfeste Schuhe, da einige Abschnitte des Weges feucht sein können.
- Wanderwege: Rundweg „Hochmoor Kaltenbronn“ (ca. 3,5 km, 1,5-2 Stunden), barrierefrei auf Holzbohlenwegen
Fazit: Ein mystischer Ort für Naturliebhaber
Der Hohlohsee ist kein Ort für Spektakel – aber für tiefe Momente, für echte Naturverbundenheit und zum Durchatmen vom Alltag. In unserer hektischen Zeit sind solche Rückzugsorte, an denen man die ursprüngliche Kraft der Natur spüren kann, von unschätzbarem Wert.
Wenn du hier stehst, mit den Füßen auf dem Holzsteg und dem Blick über das spiegelglatte, dunkle Wasser, verstehst du, warum Moore früher als mystische, fast magische Orte galten. Die besondere Stimmung, die intensiven Farben und die tiefe Stille schaffen eine Atmosphäre, die man so kaum an einem anderen Ort im Schwarzwald findet.
Gleichzeitig ist der Besuch des Hohlohsees auch eine Reise in eine der seltensten und gefährdetsten Naturlandschaften Mitteleuropas. Moore bedecken weniger als 3% der Landfläche der Erde, speichern aber etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Sie sind nicht nur faszinierende Ökosysteme, sondern auch wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel.
Ich hoffe, dieser Artikel hat dich inspiriert, den Hohlohsee bei deinem nächsten Schwarzwald-Besuch selbst zu entdecken. Nimm dir Zeit für diesen besonderen Ort, erlebe die verschiedenen Stimmungen zu unterschiedlichen Tageszeiten oder in verschiedenen Jahreszeiten. Jeder Besuch offenbart neue Facetten und Eindrücke.
Der Hohlohsee ist mein absoluter Geheimtipp im Schwarzwald – ein Ort, der in seiner stillen, unaufdringlichen Art beweist, dass manchmal die versteckten, weniger bekannten Ziele die größten Schätze bergen.
Wenn du Fragen oder eigene Erfahrungen zum Hohlohsee hast, freue ich mich über deinen Kommentar unten. Bis zum nächsten Schwarzwald-Abenteuer – Euer Alex








